Ausgezeichnete Wasserqualität für Waghäusel und Hambrücken

Vorsorge und Überwachung sind der beste nachhaltige Schutz des Grundwassers

Wer im Stadtteil Kirrlach auf dem Hegerfeldweg bei den Aussiedlerhöfen nach links in Richtung des Staatswaldes Oberer Lußhardt abbiegt und dann in Richtung Südosten fährt, bemerkt wahrscheinlich nicht, dass nach einigen Metern im Wald sich links das Wasserwerk des Zweckverbandes Wasserversorgung Lußhardt befindet. Idyllisch umringt von Laub- und Nadelbäumen sorgt dieses zentrale Wasserwerk für die Gewinnung von Trinkwasser für die beiden Verbandsmitglieder der Stadt Waghäusel und der Gemeinde Hambrücken.
Das Grundwasser wird aus vier Brunnen gewonnen, die teilweise bis zu 50 Meter tief sind. Aufgrund der hervorragenden Lage des Gewinnungsgebietes in einem geschlossenen Wald gibt es keine nennenswerten Beeinflussungen durch Industrie oder Landwirtschaft. Die Fließrichtung des Grundwassers kommt aus Richtung Ubstadt-Weiher/Forst. In diese Richtung sind auch bis zu den genannten Gemeinden kilometerweit die Wasserschutzzonen ausgewiesen.
Schon früh haben die Mitglieder des Zweckverbandes die besondere Bedeutung des Schutzes der Trinkwasserressourcen erkannt und großflächig um die Gewinnungsgebiete Gelände aufgekauft und auch sukzessive aufgeforstet.
Dieser Schutz zahlt sich aus, weil gerade geschlossene Waldgebiete mit extensiver Nutzung hervorragend dazu beitragen kann, unser Grundwasser zu schützen und auch dafür Sorge tragen, dass die entsprechende Neubildung durch Niederschläge gewährleistet ist. In den Wasserschutzzonen ist jegliche Handlung verboten, die den Untergrund und das Grundwasser verunreinigen können. So ist insbesondere die Verwendung von Schädlingsbekämpfungs- oder Unkrautvernichtungsmitteln untersagt, ebenso das Düngen durch animalische Stoffe.
Wenn es regnet, was derzeit leider viel zu selten der Fall ist, filtern die belebten Bodenschichten und die nachfolgenden Kiesschichten dieses Regenwasser und sorgen somit für eine Neubildung des Grundwassers. Dem Trinkwasserleiter darf maximal so viel Rohwasser entnommen werden, wie durch Niederschläge gesichert neu gebildet wird. Gemäß den vorliegenden Aufzeichnungen und den entsprechenden Wasserrechten ist der Zweckverband sehr gut aufgestellt und entnimmt stets deutlich weniger Grundwasser, als durch die Neubildung regeneriert wird. Und das auch in regenschwachen Perioden. Aktuell beträgt beim Vertikalbrunnen 3 der Grundwasserstand vier Meter.
Die Qualität des geförderten Grundwassers ist hervorragend. Dies hat zur Folge, dass dieses gewonnene Rohwasser lediglich im Hinblick auf Eisen und Mangan mittels Kiesfilter aufbereitet werden muss. Sodann kann es hygienisch einwandfrei den Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden. Eine chemische Behandlung, zum Beispiel durch Chlor, erfolgt im Wasserwerk des Zweckverbandes nicht.
Gutes Grundwasser allein genügt jedoch nicht, um alle Anforderungen zu erfüllen. Das Wasserwerk selbst sowie die Wasserleitungen in den Verbandsgemeinden müssen kontinuierlich mit viel Aufwand unterhalten werden. Nur so ist die Qualität des abgegebenen Trinkwassers gewährleistet. Bei den regelmäßigen Überprüfungen wird unserem Trinkwasser stets das Prädikat „Geeignet für Zubereitung von Babynahrung“ verliehen.
Ein Parameter, der diese Aussage unterstreicht, ist zum Beispiel das Nitrat, das in vielen Gewinnungsgebieten in der Rheinebene aufgrund Industrie und landwirtschaftlicher Nutzung zu hohen Belastungen führt. Deutschlandweit betrachtet, belasten hohe Nitratkonzentrationen unverändert das Grundwasser. Der aktuelle Grenzwert der Trinkwasserbelastung liegt in Deutschland bei 50 Milligramm pro Liter. Nach dem neuesten „Nitrat-Bericht“ der Bundesregierung von Anfang Juli wiesen bundesweit 26,7 % der Messstellen Konzentrationen von über 50 Milligramm pro Liter auf. 49,6 % der Messstellen haben Werte unter 25 Milligramm pro Liter. Dies gilt als unbelastet oder nur gering belastet. Hier ist das Trinkwasser des Zweckverbandes Lußhardt deutlich davon entfernt, weil im abgegebenen Reinwasser lediglich ein Wert von 1,5 Milligramm pro Liter erreicht wird. Dies ist in der Region ein absolut positiver Spitzenwert.
Verantwortlich für die gute Trinkwasserqualität sind aber auch die acht Mitarbeiter im Wasserwerk. Darüber hinaus arbeiten in der Verwaltung des Zweckverbandes zwei hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiterinnen sowie eine in Nebentätigkeit beschäftigte Mitarbeiterin.
Die Wasser-Fördermenge im Jahr 2019 betrug 1.448.045 Kubikmeter – oder anders ausgedrückt 1,448045 Milliarden(!) Liter. An besonders heißen Tagen wurden in diesem Jahr in Waghäusel bis zu 4.500 Kubikmeter und in Hambrücken bis zu 1.100 Kubikmeter Wasser verbraucht. Da sich der Wasserverbrauch kontinuierlich erhöht, nicht zuletzt durch den Zuwachs der Bevölkerung in beiden Zweckverbandskommunen, muss in den nächsten zwei bis drei Jahren ein neuer Trinkwasserspeicherbehälter gebaut werden. Die Kosten hierfür betragen über zwei Millionen Euro.
Trotz der hervorragenden Qualität des Trinkwassers und trotz jährlicher Unterhaltungskosten von rund 2,9 Millionen Euro für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen ist der Wasserpreis mit 1,07 Euro pro Kubikmeter mit am günstigen im gesamten Landkreis Karlsruhe. Kreisweit werden Gebühren in einzelnen Gemeinden bis fast 2,50 Euro verlangt.
Ein Thema wird in den beiden Verbandskommunen seit längerem diskutiert: Ist es sinnvoll, eine zentrale Wasserenthärtungsanlage zu bauen? Rechnen sich die hohen Investitionskosten und eine damit einhergehende Erhöhung des Wasserpreises dadurch, dass Haushalte tatsächlich weniger Waschmittel und Shampoo und Ähnliches verbrauchen? Dass Elektrogeräte tatsächlich langlebiger sind, weil sie angeblich nicht so schnell und intensiv verkalken? Wohin mit dem sogenannten Prozesswasser, das bei der Herstellung von weichem Wasser entsorgt werden muss? Schadet es der anerkannt ausgezeichneten und gesunden Qualität unseres seit Generationen harten Trinkwassers, wenn in den natürlichen Prozess eingegriffen wird? All dies wird im Zweckverband zeitnah untersucht und erörtert werden.
Bundesweit verbraucht der Durchschnittsbürger übrigens etwa 40 Kubikmeter Wasser im Jahr. In Hambrücken sind es 41,88 Kubikmeter pro Einwohner und in Waghäusel 51,07.
„Für die Zukunft ist das Wasserwerk gut gerüstet und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochmotiviert, um weiterhin für beste Wasserqualität für Waghäusel und Hambrücken zu sorgen“, so der Vorsitzende des Zweckverbandes Oberbürgermeister Walter Heiler und sein Stellvertreter Bürgermeister Dr. Marc Wagner übereinstimmend

(Erstellt am 09. Oktober 2020)

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