Rede des Bürgermeisters Dr. Marc Wagner zur Einweihung des Dr. Bruno Hankeln-Platzes

Bürgermeister Dr. Wagner bei seiner Ansprache

Sehr geehrter Herr Prof. Klaus Hankeln, sehr geehrter Herr Dr. Rainer Hankeln, sehr geehrte Frau Dr. Maria-Anna Häussler, sehr geehrte Frau Dr. Monika Hankeln, sehr geehrte weitere Angehörige von Dr. Bruno Hankeln, sehr geehrte Frau Acker, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute gibt es ein Novum in der Hambrücker Geschichte. Noch nie zuvor in der Ortshistorie wurde ein öffentlicher Platz nach einem verdienten Mitbürger benannt. Deshalb freue ich mich persönlich sehr, diese besondere Form der Widmung vornehmen zu dürfen. Allerdings mischt hierbei auch etwas Wehmut und Bedauern mit. Bedauern darüber, dass ich Herrn Dr. Bruno Hankeln leider nie persönlich kennen lernen durfte. Der erste Anlass hierzu hätte am 08.02.2021 bestanden. Aber es hat nicht sollen sein.
Deshalb war ich beim Formulieren dieser Zeilen auf die Eindrücke und Schilderungen Dritter angewiesen. Und diese zeichnen das Bild einer großen, selbstlosen, aufopferungsvollen Persönlichkeit, der es immer um das Wohlergehen seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger ging.
In schwierigen Zeiten 1918 geboren, war es für unsere Gemeinde ein absoluter Glücksfall, dass sich Herr Dr. Hankeln 1948 in Hambrücken als Arzt niederließ. Diese Entscheidung war nicht weniger als der Grundstein für das heutige Gesundheitszentrum, von dem nicht nur unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger profitieren, sondern um das uns manche umliegende Gemeinde beneidet. Stichwort: Ärztemangel im ländlichen Raum.
Dass schon damals Raumknappheit herrschte, musste auch Herr Dr. Hankeln erfahren. Hierdurch sowie auf Grund des Bevölkerungswachstums erfolgten diverse Wechsel. Lagen die Ursprünge der medizinischen Behandlungen in heute unvorstellbaren zwei Zimmern in der Oberen Brühlstraße 52, folgten dem Umzug in die Kirchstr. 9 beim „Stromhäusel“ zwei Neubauten: Zuerst in der Neuortstraße 2 und 1965 schließlich in den heutigen Räumlichkeiten in der Rheinstraße.
Der damalige Praxisbetrieb unterschied sich freilich fundamental von den heutigen Gegebenheiten. Sind es heute an betriebswirtschaftlichen Grundsätzen orientierte und auf mehrere Schultern verteilte Einheiten, denen bürokratische Fallstricke das Leben schwermachen, stand damals Herr Dr. Hankeln als „Rund um die Uhr-Einzelkämpfer“ in der Verantwortung; freilich unterstützt von seiner fleißigen Ehefrau und Sprechstundenhelferinnen.
Aber genau das zeichnete ihn aus und genau das machte ihm nicht nur nichts aus. Es machte ihn aus und er lebte dafür.
Er war ständig im Einsatz, Feierabende und Wochenenden waren Fremdwörter für ihn.
Er begleitete Generationen von Hambrücker Mitbürgerinnen und Mitbürger von der Wiege bis zur Bahre und hat sie in uneigennütziger Form medizinisch betreut und professionell begleitet. In dem Sinne war er ein auf das menschliche Miteinander spezialisierter Generalist. Denn trotz aller Strapazen und persönlicher Inanspruchnahme blieb er immer ruhig, freundlich und angenehm. Es kommt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, selten bis gar nicht vor, dass niemand etwas Schlechtes über einen sagt. Aber bei Dr. Bruno Hankeln ist genau das der Fall. Im Gegenteil: Man hört nur Positives über ihn. Und sogar Mitbürgerinnen werden heute noch in Anlehnung an ihn „Doktor-Sophie“ genannt.
Aus all diesen Gründen war es für mich selbstverständlich, dass Herr Dr. Hankeln eine Ehrung erfahren muss, nachdem kurz nach dessen Tod mit Wolfgang Debatin ein Mitbürger unserer Gemeinde mit diesem Ansinnen an mich herantrat.
Nach kurzer Überlegung war dann schnell der geeignete Platz dafür identifiziert.
In dem Zusammenhang konnte ein von Frau Acker nach vorheriger Kontaktaufnahme über Facebook initiiertes Projekt mit eingebunden werden: Das Hambrücker Bücherhäuschen. Eine ausrangierte Telefonzelle dient hierbei als Bibliothek, die Hambrücker Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnet, Bücher zur Verfügung zu stellen oder aber auszuleihen. Ich denke, Herr Dr. Hankeln hätte an einem solchen Ort der Begegnung in einer schönen Umgebung ebenfalls seine Freude gehabt.
Dank gebührt insoweit Frau Acker für die Beschaffung und Aufrüstung des Bücherhäuschens, der Familie Hankeln im weitesten Sinne für die Stiftung der Bänke und der Rosen, aber auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die zügige Umsetzung dieses Projekts, insbesondere für das Herrichten des Platzes nach und außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit.
Abschließend erlaube ich mir, Herrn Debatin wie folgt und wie ich finde sehr treffend zu zitieren: Es gibt tausende von Krankheiten, aber nur eine Gesundheit - und dafür stand Herr Dr. Bruno Hankeln.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Erstellt am 08. Oktober 2021)

Kontakt