Vereines Wiesenauen Mittlerer Oberrhein

Kalikokrebs bedroht heimische Arten

Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Kalikokrebs verbreitet sich immer mehr in der Region. Am Oberrhein ist der invasive Krebs bereits in vielen Auengewässern, Altarmen und Bächen zu finden. Dabei ist diese Art extrem robust, zerstört die Vegetation und vernichtet die heimischen Amphibien- und Libellenbestände nahezu vollständig. Professor Dr. Andreas Martens von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe skizzierte bei der jüngsten Sitzung des Bruchsaler Vereines Wiesenauen Mittlerer Oberrhein vor diesem Hintergrund ein düsteres Szenario. Der Leiter des Institutes für Biologie und Schulgartenentwicklung berichtete von den verschiedensten Maßnahmen, die im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Bestandregulierung untersucht wurden. Ziel ist es, die Lebensräume der heimischen Arten zu schützen. Dabei geht es nicht darum, den ungebetenen Gast wieder komplett zu verdrängen, es wäre bereits ein Erfolg, die Ausbreitung zu stoppen. „Die Akteure wie Angelvereine, Umweltschutzverbände, Gewässerpaten und Fachbehörden müssen alle an einen Tisch“, resümierte der Chef des Kreisumweltamtes, Joachim Schneider, in der angeregten Diskussion. „Jeder müsse verstehen, dass die natürliche Vielfalt auf dem Spiel stehe“, befand der Amtsleiter. Zum wiederholten Male befasste sich der Verein mit dem problematischen Jakobskreuzkraut, das sich in diesem Jahr wieder verstärkt in nährstoffarmen Wiesen zeigte. Die für die Tierfütterung giftige Pflanze liebt offene Grasnarben und breitet sich bei entsprechender Witterung extrem schnell aus. Kreisökologe Hans-Martin Flinspach gab zu verstehen, dass nur gezielte Maßnahmen durch die Bewirtschafter Sinn machten. Bislang bekam man in Abstimmung mit den Landwirten auch gravierendere Fälle in den Griff, so der Experte für Landschaftspflege. Vorsitzender Gerhard Sand (Waghäusel) berichtete von der Machbarkeitsstudie, die im Rahmen des Bundesverkehrswegeplanes für den Eisenbahnkorridor Mannheim-Karlsruhe für Diskussionen sorgt. Einstimmig entschied man sich, durch einen Zuschuss für den Grunderwerb in der Saalbachniederung den NABU-Hambrücken zu unterstützen. Stutensees Oberbürgermeisterin Petra Becker lobte die bisherige Arbeit des Vereines, der sich den Schutz und Erhalt der bachbegleitenden Auenwiesen in der Region auf seine Fahnen geschrieben hat.Bildunterschrift:Der Kalikokrebs macht sich in der Region zusehends breit. Naturschützer sind alarmiert.

(Erstellt am 19. Dezember 2018)

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