Hambrücker Senioren mit Narrenvirus infiziert

„Wolle mer se reilasse?“. Die heiße Phase der Fastnacht hat längst begonnen - und Hambrückens Seniorinnen und Senioren sind mittendrin, statt nur dabei.

Unter dem Motto „Bei uns wird gesungen, geschunkelt und gelacht, denn wir feiern Fasenacht“, konnten Hambrückens fitte Oldies bei der Veranstaltung des Altenwerks im Pfarrzentrum „St. Josef“ einmal mehr über vier vergnügliche und kurzweilige Stunden verbringen, wobei oftmals Lachmuskelkater-Gefahr bestand. Angeführt von einer gut gelaunten, witzigen Altenwerks-Chefin Gertrud Notheisen, die wiederum als stimmungsvolle Sitzungspräsidentin fungierte (und aktuell seit 11 Jahren an der Spitze dieser Gemeinschaft steht), waren die fröhlichen, vom Faschingsvirus infizierten, Saalfastnachter „Rucki-Zucki“ auf Betriebstemperatur. Dabei wurde den bunt kostümierten jungen Alten im herrlich geschmückten Pfarrsaal ein tolles, 14-Punkte Programm geboten. Pfiffig-humorvolle Gags aus der Bütt und tolle Gesangsbeiträge wechselten sich ab und nicht wenige Raketen wurden gezündet. Neben Bürgermeister-Stellvertreterin Sandra Striegel-Moritz, die im schicken Outfit angereist war und als „Ä Fra vun de Gmoi“ brillierte, weilten auch der „neue“ Dekan Lukas Glocker, Pfarrer i.R. Raimund Melzer, Diakon Franz Notheisen sowie Monique van de ven (Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit Waghäusel-Hambrücken) und Mitglieder des Pfarrgemeinderats unter den Helau-Gästen. Gemeinderätin Sandra Striegel-Moritz („dem Ackermann sein G'sell“) erzählte dem staunenden Narrenvolk keine Fake-News sondern eigentlich streng geheime Interna aus dem Rathaus. Augenzwinkernd und gestikulierend verriet die „schönschde Frau vum Rothaus“, dass der Montag „dä schlimmschde Dag vun dä Woch isch“, denn da müsse man gleich drei Blätter vom Kalender abreisen. Auch beim Vortrag von Karla Knodel, die von ihren Erlebnissen beim Freizeitturnen („Bewegung die isch g'sund, drum geh ich in d'Gymnastikstund“) berichtete, war gleich Hochstimmung im Auditorium. Ihr Fazit: „Bauch einziehen, Brust heraus. So sieht e flotte Hausfra aus“. Die beiden Büttenasse Helga „Babett“ Köhler und Monika „Kaddl“ Decker erzählten in launigen Worten von ihrer Wallfahrt auf den Michaelsberg und von den Büser-Erbsen, die im Schuh doch arg drückten. Vor allem, wenn man sie zuvor nicht abgekocht hat. Die einhellige Meinung des begeisterten Publikums „Das war Spitze“. Ebenso ihr zweiter, fernsehreifer Auftritt, der sich um den örtlichen Feuerwehrball und die Frage nach der richtigen Maske drehte. „Nachwuchsfasnachterin“ Gerda Notheisen, die mit ihrem Kirchenlatein und einem Pastor, der die Kapp verlor, in der Bütt glänzte, hatte ebenso die Lacher auf ihrer Seite wie „Altmeisterin“ Rita Baron, die bei ihrem Ausflug in die große, weite Welt, Witze zum kaputtlachen bot. Einmalig in Gestik und Ausdruckskraft Elisabeth Hennrich, die als Harfe spielender Engel einschwebte, die 120-Stunden-Woche ohne Bezahlung im Paradies („Wir fliegen hier zum Nulltarif“) beklagte und den Aufenthalt im Himmel allgemein als „sehr beschwerlich“ einstufte. Ein echtes, auswendig vorgetragenes Highlight. Dies gilt nicht minder für die profihaft agierende Spaßmacherin und schicke „Lady in Red“ Fräulein Gerda Kremer, die als „Hinterbänklerin“ der anwesenden Geistlichkeit den Ratschlag gab: „Eine Predigt ist dann gelungen, wenn der Anfang und das Ende gut ist – und beides eng beieinander liegt“. Da blieb kein Auge trocken und auch Markus Glocker klatschte begeistert Beifall. Zum Auftakt hatten die vielköpfigen „Altenwerk-Singers“ das Stück “Beim Altenwerk isch's halt schee“ intoniert, dem beim späteren Finale zusammen mit allen Akteuren des vergnüglichen Nachmittags das allseits bekannte „Hambrücker Lied“ folgte. Auf die Minute topfit war Anne Reibleins Tanzgruppe, die mit Kaffeetasse und Löffel den „Kaffee Ole“ besang und später mit dem fetzigen „Rucki-Zucki“ punktete. Klar, dass die gut gelaunte Gästeschar die Choreographie aufgriff und lachend mitmachte. Großes Kino für Auge und Ohr oder wie Gertrud Notheisen immer wieder bekundete: „Das war Spitze!“. Zum guten Gelingen der Seniorensitzung hatte nicht zuletzt auch die „Rentnerband“ mit Hubert Böser und Klaus Häuser durch flotte Rhythmen wie „Rosamunde“, „Rot sind die Rosen“ oder „So viel Schwung“ beigetragen. Ebenso der für Ton und Technik zuständige Fachmann Jürgen Knodel. Resümee eines in jeder Hinsicht tollen Tages: „Und schlägt der Po auch Falten, wir bleiben stets die Alten“. Narhalla-Marsch!
Text/Foto: Hans-Joachim Of

(Erstellt am 08. Februar 2018)

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