Bauen im Außenbereich

In jüngster Vergangenheit lagen mehrfach Anfragen von Bürgern vor, die auf ihrem Grundstück im Außenbereich Kleinbauten meist Geräte- oder Geschirrhütten oder Einzäunungen verwirklichen wollen.

Die freie Landschaft stellt den sensibelsten Teil unserer Natur dar. Entsprechend strenge Maßstäbe legen daher das Baurecht und das Naturschutzrecht an die Zulässigkeit von Bauvorhaben. Ziel ist es, den Außenbereich grundsätzlich von jeglicher Art von Bebauung freizuhalten und nur Vorhaben zuzulassen, die einem forst- oder landwirtschaftlichen Betrieb dienen. Alle anderen Vorhaben genießen diese Privilegierung in der freien Landschaft nicht. Die Zahl der genehmigungsfähigen Bauvorhaben im Außenbereich ist somit auf ein Mindestmaß reduziert. Der Bürger kann deshalb regelmäßig nur auf die verfahrensfreien Vorhaben, für die keine Baugenehmigung erforderlich wird, zurückgreifen.Eine Geschirrhütte mit bis zu 20 m³ umbauten Raumes bedarf keiner Baugenehmigung.Aber beachten Sie: eine Baugenehmigung ist in jedem Fall erforderlich, wenn- die Geschirrhütte mehr als 20 m³ umbauten Raumes hat, oder- eine Toilette an- oder eingebaut werden soll oder- die Hütte einen Aufenthaltsraum oder- eine Feuerstätte erhalten soll.Der umbaute Raum ist nach den Außenmaßen zu berechnen. Der Dachraum, ein über der Geländeoberfläche liegender Sockel und der von einem Vordach auf Stützen überdeckte Raum sind voll anzurechnen.Grundsätzlich bedürfen alle anderen Vorhaben im Außenbereich eine Baugenehmigung. Dazu gehören auch sämtliche Arten von Zäunen und Einfriedigungen, sowie Pferdeunterstellplätze, deren umbauter Raum größer als 20 m³ ist und fahrbare Weidehütten.Zwei wichtige Hinweise:1. Wollen Sie Ihre bauliche Anlage (z. B. Zaun und jede Hütte unabhängig von der Größe, auch wenn es baurechtlich genehmigungsfrei ist) in einem Naturschutzgebiet, flächenhaften Naturdenkmal oder einem besonders geschützten Biotop nach § 24 a Naturschutzgesetz errichten, ist festzuhalten, dass dies grundsätzlich verboten ist.In einem Landschaftsschutzgebiet bedarf jedes auch baurechtlich genehmigungsfreies Vorhaben der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Umweltamtes beim Landratsamt Karlsruhe.2. Auch wenn eine Geschirrhütte bis 20 m³ umbauten Raumes genehmigungsfrei ist, müssen Sie vor allem darauf achten, dass die Hütte das Orts- und Landschaftsbild nicht verunstaltet. Sprechen Sie dazu mit dem Umweltamt und dem zuständigen Kreisbaumeister im Baurechtsamt. Nur anhand von Angaben über Größe, Gestalt und Lage in der Landschaft kann eine Beurteilung vorgenommen werden, ob das Vorhaben verwirklicht werden darf. Darüber hinaus sind mit solchen Geschirrhütten Grenzabstände einzuhalten.Ein abschließender Tipp:Ob ein konkretes Vorhaben tatsächlich im Außenbereich errichtet werden kann, hängt entscheidend von den Umständen des Einzelfalles ab. Besprechen Sie daher Ihr Vorhaben rechtzeitig mit dem Baurechtsamt und dem Umweltamt im Landratsamt Karlsruhe, ehe Sie mit der Errichtung einer Hütte oder einer sonstigen baulichen Anlage beginnen.Zur Beantwortung weiterer Fragen steht Ihnen das Baurechtsamt unter der Tel.-Nr.: 0721/936-86440 gerne zur Verfügung.Sachgebiet Bauen und Umwelt

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Frau Marliese Just
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