Aktuelles

Bis 2006 war die seit über 100 Jahren im Familienbesitz befindliche Hambrückener Wirtschaft „Zum Sternen“ als gemütliches Gasthaus, traditionelle Wursterei und einmalige Musikkneipe am Ort und in der Region bekannt. Dann entschloss sich Chefwirt Karl-Heinz Grub dazu, seiner Kundschaft ein exklusives Festbier anzubieten, das im eigenen, kleinen Brauhaus hergestellt werden sollte.
Nun und vier Jahre später wurde der ehrgeizige Hobbybrauer von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für seine unfiltrierten Biersorten „Sternenbräu Hell“ und „Sternenbräu Festbier“ mit je einer Goldmedaille und für das „Sternenbräu Weizen“ mit einer Silbermedaille prämiert. „Ich hatte schon im Jahre 1997 mit dem Gedanken gespielt, eine eigene kleine Brauerei aufzumachen. Damals brauchte man allerdings noch einen gelernten Bierbrauer“, blickt Metzgermeister Grub zurück. Nachdem später der Handwerkszwang auf Grund neuer EU-Verordnungen nicht mehr zwingend vorgeschrieben war, machte sich der ehrgeizige Familienvater auf einer Ausstellung kundig, studierte Rezepte und einschlägige Literatur, holte sich Rat und Tipps bei einem befreundeten Braumeister. Nach der Errichtung von Sudhaus, Gär -und Lagerkeller stand dem „Brauhaus Sternen“ nichts mehr im Wege und die ersten selbstgebrauten Biere und das Lob seiner Kundschaft bestärkten Grub, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Besonderheit im früheren Hopfenanbaugebiet Hambrücken ist, dass die „Brauerei Sternen“ die allererste Bierbrauerei am Ort seit der Entstehung vor fast 850 Jahren ist“, weiß Karl-Heinz Grub zu berichten. Seinen Hopfen bezieht Grub aus dem Bodenseegebiet, Malz und Hefe kommen aus der Region. „Als sich im vergangenen Dezember ein gewisser Dr. Ingenieur Klaus Litzenburger von der Münchener „Weihenstephan“- Prüfstelle der DLG ankündigte, war ich natürlich sehr gespannt“, eröffnet der Hambrückener Wirt, der auch schon Doppelbock, Schwarzbier, Alt, Kölsch und Starkbier gebraut hat. Gaststätte und Brauerei wurden einen ganzen Tag lang unter die Lupe genommen, optisch auf Sauberkeit und Instandhaltung bewertet. „Die Biere wurden außerdem mikrobiologisch und sensorisch untersucht sowie einer chemisch-technischen Analyse unterzogen“, erzählt Grub. Ein ausgeklügeltes Punktesystem sollte letztlich über die erreichte Qualitätszahl und den errungenen Preis Aufschluss geben. Jetzt kam von der Frankfurter DLG-Zentrale ein Päckchen mit gleich drei Urkunden und Medaillen. Zwei Jahre lang darf Grub nun mit der Auszeichnung in der Öffentlichkeit werben, erste Bierdeckel sind bereits mit dem entsprechenden Emblem geschmückt. Aus Frankfurt wurde signalisiert: „Das Brauhaus Sternen ist vermutlich der erste kleine Hausbrauer, der jemals eine Goldmedaille für seine Biere erhalten hat“, lacht „Kalle“, wie er von guten Freunden und Gästen genannt wird. Als Hambrückens Bürgermeister Thomas Ackermann von der besonderen Ehrung erfuhr, machte er der „kleinsten ausgezeichneten Brauerei Deutschlands“ seine Aufwartung. „So ein Angebot hat wahrlich nicht jede Ortschaft zu bieten“, meinte das Ortsoberhaupt. „Ich freue mich sehr für den Betrieb und auch darüber, dass der regionale Bekanntheitsgrad Hambrückens gesteigert wird“, so Ackermann weiter. 7 000 Hektoliter Bier darf ein Kleinbrauer jährlich selbst herstellen, weiß Grub, der auf weniger als die Hälfte kommt. „Klein aber fein“, bemerkt „Kalle“, dessen besonderer Gerstensaft etwa vier Wochen nach der Herstellung seine Reife hat und trinkfertig ist. (Hans-.Joachim Of)