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Stimmung, Tanz und Gaudi bei der Prunksitzung des HCC

Begnadete Körper beim MännerballettKrasser hätte der Gegensatz nicht sein können: Draußen vor der Lußhardthalle herrschte klirrende Kälte, während sich drinnen bei der diesjährigen Prunksitzung des Hambrücker Carnevalsclubs am vergangenen Samstag die Stimmung dem Siedepunkt näherte. Nach dem Einmarsch der Garden und der Elferräte begrüßte Präsident Reiner Rudolph die Ehrengäste und Ehrenmitglieder, denen er bei dieser Gelegenheit auch gleich den Jahresorden des HCC überreichte. Darauf zeigen sich das Rathaus, die Pfarrkirche und die Lußhardthalle mit roten (Narren-)Nasen vereint in närrischer Glückseligkeit. Doch ob das nicht genug wäre, prangte an der Stirnseite der Halle der Spruch „Schwimmbad weg, Multiraum her, jetzt tun sie sich beim Namen schwer“. Durch das gut fünfstündige Programm führte Sitzungspräsident Rolf Mayer, der an diesem Abend keine große Mühe damit hatte, für gute Stimmung zu sorgen. Gleich zu Beginn putzten die Musikerinnen und Musiker der 1. Hambrücker Guggemusik „Forlebuzzel-Zunft“ mit fetzigem Gugge-Sound die Ohren der Gäste frei. Den ersten Glanzpunkt des Abends setzte dann die Kindergarde des Vereins, die Waldböcklein, die vampirmäßig Gruseliges auf die Bühne brachten, bei dem sofort der Funke ins Publikum übersprang. Oma und Enkel gemeinsam auf der Bühne gab es dann mit der Bütt von Berta Herzog und Vincent Ackermann. Während Enkel Vincent, wenn gar nichts mehr hilft, halt – wie sein Vater – Bürgermeister werden will, war Oma Berta dem eigenen Bekunden nach zum letzten Mal verliebt, als Nikki Lauda noch zwei Ohren hatte. Danach präsentierten die Mädchen der Tanzgarde „Snowflakes“ ihren Gardetanz. Für beste Stimmung sorgte das „Fastnachtstrio“ mit Bernie Bischoff, Horst Benzing und Kurt Raab mit Polka-Walzer-Schlager-Sound zum Mitmachen. Fetzig ging es weiter mit den „Feuerfunken“, dem, so der Sitzungspräsident, „Aushängeschild“ der Hambrücker Garden. Jubilar Theo Mahl blickte als „Neu-50er“ und Urgestein in der Bütt auf ein bewegtes Leben zurück. Für große Heiterkeit sorgte sein Ausspruch, dass er als Jungspund die Hochzeitskutsche noch selbst gezogen hatte und als Jungverheirateter nicht wusste, dass man im Bett auch schlafen kann. Nach dem Tanzpaar Sina Erb und Markus Schieber, die als amtierende süddeutsche Meister atemberaubende Akrobatik darboten, heimsten die Demmellerchen mit ihrem musikalischen Leiter Adelbert Bischoff zwölf Punkte auf der Gute-Laune-Skala ein. Unter dem Thema „Bank, Bänker, Betrüger“ boten Sie ihre musikalische Interpretation der Finanzkrise. Berta Herzog alias „Babett’“ sinnierte dann über allzumenschliches im Verhältnis zwischen Mann und Frau. Die Showtanzgruppe „Next Generation“ zeigten eine gelungene Mischung aus Eleganz, Schauspiel und Tanz. Begnadete Körper gab es mit den Engelchen und Teufelchen des Männerballetts zu sehen, was das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss. Krönender Abschluss war die große Hitparade, bei der mit einem musikalischen Streifzug durch das Jahr 2009 alles geboten war, was die Zuschauer in der Halle nicht mehr auf den Sitzen hielt. Zum guten Schluss tanzte das Publikum, die gute Stimmung genießend, zur Musik des „Hardtwald-Duos“ bis in die Morgenstunden. (Jochen Köhler)

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