Bürgermeister brachte Haushalt 2018 ein

Traditionsgemäß in der letzten Sitzung des Gemeinderates im laufenden Kalenderjahr brachte Bürgermeister Thomas Ackermann nun den Gemeindehaushalt 2018 ein. Ackermann legte dar, dass die finanzielle Lage der Gemeinde sich verschlechtern werde und man erstmals seit 15 Jahren wieder neue Kredite zur Finanzierung der notwendigen Investitionen aufnehmen müsse.

Man profitiere weiterhin von der guten Konjunktur und das Problem läge nicht auf der Einnahmen- sondern auf der Ausgabenseite des Haushaltes. Die sich abzeichnende, desolate Finanzlage sei jedoch nicht hausgemacht. Man habe, so betonte Ackermann mehrfach, in Hambrücken in den letzten Jahren überhaupt nicht über seine Verhältnisse gelebt. Jährlich seien hohe Zuführungsraten erwirtschaftet worden, welche zur Finanzierung der Maßnahmen des Ver-mögenshaushaltes genutzt worden sind. Darüber hinaus konnte ein Großteil der Verschuldung abgebaut und eine ordentliche Rücklage angespart werden. Zu schaffen mache der Kommune nun zum einen die großen Investitionen, die abgearbeitet werden und zum anderen die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen generell. Dies liege nicht im Verantwortungsbereich der Gemeinde und man habe keinerlei Einfluss darauf.
Das Gesamtvolumen des Etatentwurfs beträgt rund 14,8 Mio. €, davon 11,7 Mio. € im Verwaltungshaushalt und rund 3 Mio. € im Vermögenshaushalt. Das Gesamtvolumen ging im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,7 Mio. € zurück. Als größte Einzelmaßnahmen führte er den laufenden Umbau der Gemeinschaftsschule im Zuge der Einrichtung der gemeinsamen Gemeinschaftsschule Forst-Hambrücken mit voraussichtlichen Kosten von fast 5 Mio. € an. Des Weiteren werden auch noch umfangreiche Maßnahmen im Rahmen der Ortskernsanierung durchgeführt. Weitere Maß-nahme in sechsstelliger Höhe betreffen die notwendigen Brandschutzsanierungen der Schulturnhalle sowie der Lußhardthalle. Hier betonte Ackermann, dass ihm dies besonders wichtig sei, da man jeden Quadratmeter an Veranstaltungsfläche in der Gemeinde benötige. Auch die Ertüchtigung der Abwasseranlagen sowie die Verlagerung des Bauhofes in die Wittumstraße seien erforderlich, stellte er weiter fest. Als Finanzierung der Maßnahmen stehe an erster Stelle eine Zuführungsrate über 415.000 € vom Verwaltungshaushalt zur Verfügung, der wiederum mit Eigenmitteln ausgeglichen werden kann. Als Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln tragen 200.000 € im Bereich der Ortskernsanierung zur Finanzierung bei. Der allgemeinen Rücklage sollen rund 2 Mio. € entnommen werden, welche dann zum Jahresende 2018 voraussichtlich nur noch den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbestand von 220.000 € enthalten wird. Des Weiteren seien rund 2,5 Mio. € an neuen Darlehen vorgesehen. Der prognostizierte Schuldenbestand zum Jahresende des kommenden Jahres werde sich so voraussichtlich auf 2,9 Mio. € belaufen. Besonders schmerzlich sei dabei, führte das Ortsoberhaupt weiter aus, dass man die rund 1,4 Mio. € an beantragten Ausgleichsstockmitteln nicht erhalten werde, was zur Folge habe, dass künftig durchzuführende Maßnahmen, die in die mittelfristige Finanzplanung ab 2019 mit rund 6 Mio. € eingestellt worden sind, notwendigerweise mit einem Anstieg der Verschuldung einhergehen werden. Eingangs seiner Haushaltsrede hatte Ackermann die grundsätzlichen Zahlen des Verwaltungs-haushaltes beleuchtet. Die Einnahmesituation bezeichnete er als hervorragend. Die Verwal-tung habe sich wiederum um eine sparsame und sachgerechte Mittelbewirtschaftung bemüht und so konnten etwa die Personalkosten sogar gesenkt werden. Hambrücken habe viel vorzuweisen, was die Wirtschaftskraft anbelange und noch mehr, was die Lebensqualität angehe, stellte Ackermann fest. Er lobte in seiner Haushaltsrede die Arbeit der beiden katholischen Kindergärten und der Musikschule Waghäusel-Hambrücken. Er dankte auch den Mitgliedern des Gemeinderates für ihren Einsatz, den sie bei einer Vielzahl von Themen ehrenamtlich zum Wohl der Gemeinde über das ganze Jahr hinweg leisten. Ein besonderes Dankeschön galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, hier insbesondere Kämmerer Gottfried Ott. Der Haushalt soll in der nächsten Sitzung des Gemeinderates am 30. Januar 2018 beschlossen werden. (jk)