Kindergartenkinder stürmten das Rathaus

Ein einsamer Bürgermeister verteidigte am Schmutzigen Donnerstag die miefigen Amtsstuben des Rathauses gegen eine Übermacht. Allein auf weiter Flur versuchte er, den Angriff der Kinder der beiden Kindergärten St. Josef und St. Martin im Alleingang abzuwehren. Doch so leicht ließen sich diese nicht ins Bockshorn jagen und erzwangen den Zugang in die Amtsstuben, wo auch der Widerstand der Rathausbediensteten rucki-zucki hinweggefegt wurde. Angesichts der beeindruckenden Übermacht von Indianern, Cowboys, Prinzessinnen, Clowns und anderen wunderschön verkleideten Kindern gab auch Bürgermeister Thomas Ackermann klein bei und seine Krawatte war die erste, die die Kinder unter lautem Jubel als Trophäe mitnahmen. Nachdem die kleinen Narren mit Gesängen und „Zicke-Zacke-hoi-hoi-hoi“ deutlich gemacht hatten, wer nun Herr im Haus ist, konnten sie sich zusammen mit ihren Erzieherinnen an den bereitgestellten Süßigkeiten und Getränken stärken. Anschließend bekamen die Nachwuchskarnevalisten aus den Händen ihres Bürgermeisters sogar noch den Hambrücker Rathaussturmorden überreicht.

Noch lange hallten aus den Amtsstuben die Gesänge der Eroberer und der Eroberten und mit Rucki-Zucki und Helau marschierten die glücklichen Kinder mit ihren Begleiterinnen weiter zur nächsten Jagd auf Krawatten und zu anderen Eroberungen. Wie allerdings der anschließend geplante Überfall auf die Sparkasse und die Volksbank ausgegangen ist, wurde nicht bekannt.  (Jochen Köhler)


Veröffentlicht: 16.02.2012

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