Fastnachtsumzug kunterbunt unter Girlanden

Dass der Internationale Gaudiwurm in Hambrücken einer der schönsten und farbenprächtigsten Faschingsumzüge Nordbadens ist, hat sich  inzwischen herumgesprochen. Grund hierfür ist nicht zuletzt der „Narrendom“ in der Saum- und Kirchstraße, der in der Region seinesgleichen sucht. Bunte Girlanden quer über die Straße gespannt, vermitteln fast so etwas wie Wohnzimmer-Atmosphäre und lassen die groß angelegte Fete für Zugteilnehmer und Besucher zur echten Straßenfastnacht werden. Bei der 30. Auflage mit 88 teilnehmenden Wagen- und Fußgruppen sorgten am Fastnachtsonntag Musikgruppen- und Kapellen, Fanfarenzüge und Guggemusiken für ausgelassene Stimmung, indem sie der vielköpfigen Menge mit Hits, Evergreens und heißen Rhythmen einheizten. HCC-Oberzugmarschall Walter Notheis, der mit einem aus 15 Zugführern bestehenden Team am Start war, vor Beginn des wilden Spektakels: „Insgesamt über 1.900 Teilnehmer, darunter Gruppen und Gesellschaften aus Reutlingen und Filderstadt, bieten zusammen mit unseren Freunden aus der Schweiz ein ganz besonderes Ambiente“. Fantasievoll und kreativ zeigten sich in der Folge die Akteure des einheimischen Gesangvereins „Eintracht“, die mit der Nummer „Auf das Jubiläumsjahr folgt das erste Hambrückener Prinzenpaar“ für einen besonderen Hingucker sorgten. Auch der örtliche Prinzenclub mit „Sauer macht lustig“, die Fußballjugend („Hambrigger Smurfs“) und die einheimischen Faschingsfreunde („Lustig ist das Zigeunerleben“) zeigten Lokalkolorit und waren tolle Farbtupfer im bunten Treiben. Breite, nachbarschaftliche Unterstützung bekam der veranstaltende Hambrücker-Carnevals-Club (HCC) vom Elferrat Ubstadt mit Garde und Komiteewagen, vom BKG Büchenau mit der Bürgerwehr und vom KHC Wiesental mitsamt den Herzdamen. Auch die Kro-Ka-Ge aus Kronau war, genauso wie die Neu-Ka-Ge Neudorf und die Ki-Ka-Ge aus Kirrlach mittendrin im Pulk von Jubel, Trubel, Heiterkeit. Immer wieder gerne in Hambrücken sind auch der Forster Fastnachts- und Tanzclub sowie die KFG „Uneroiser Kerschdekipper“ aus Kraichtal. Den schwäbisch-alemannischen Akzent setzte die einheimische Narrenzunft „Schellädeggl“ mit Häs, Larve und kunterbunten Kostümen. Klar, dass im herrlichen Mix die Guggemusik nicht fehlen durfte, allen voran die Akteure der Hambrücker Forlebuzzel-Zunft, die in tollem Outfit und fantasievollen Masken auftrumpften und wie die „Odama Katzbachgugge“ oder die „Woghaislä Fudiggl“ lautstarke Musik im Gepäck hatten und viel Applaus erhielten. Dazwischen unzählige schaurige Hexen, die zwischen „Himmel und Hölle“ ihren Schabernack trieben, Schlümpfe, Flower-Power von den wilden Mädels der TV Jazzgymnastik Hambrücken, „Ochsenloch-Geister“ aus Waghäusel und sogar „Scheierbar-Borzler“ aus Wiesental. Die Reisegruppe Haselnuss hatte auf ihre Fahnen „Facebook, Smartphone – so ein Dreck“ geschrieben, die Aktiven des Hambrücker Cantamos-Chores kamen als „Schloofkappe“ und Waghäusel schickte seine „Wissädalä Hudsimbl unn zwai Kälochä“ in die Karnevalshochburg. Schließlich und fast ganz am Ende die Hambrigger Ochsenköpf mit der Weisheit „Ein Ochs kommt selten allein“. Allein brauchte an diesem Tag jedoch keiner zu sein, schließlich war nach einem meist sonnenverwöhnten und farbenfrohen Narrenwurm eine groß angelegte Abschlussparty in der Lußhardthalle mit Livemusik angesagt. Fazit: Auch im närrischen Jubiläumsjahr „3x11 Jahre HCC“ haben die Rotkittel aus Hambrücken mit einem tollen Gaudiwurm, der gefühlte 2x11.111 Narren aus der ganzen Region anlockte, Zeichen gesetzt, der bei den schunkelnden, singenden und fröhlichen Zaungästen supergut ankam.   (Hans-Joachim Of)


Veröffentlicht: 20.02.2012

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