Bruno Hankeln feierte 100. Geburtstag

Bruno Hankeln hat in der Ortsgeschichte von Hambrücken einen Platz für die Ewigkeit.

Der promovierte Mediziner kam vor 70 Jahren als erster Arzt mit einer eigenen Praxis in die Lußhardtgemeinde. Am 8. Februar durfte Bruno Hankeln bei guter Gesundheit und bester geistiger Fitness seinen hundertsten Geburtstag feiern. Mit ihm freuten sich fünf Kinder, wobei vier davon ebenfalls Ärzte sind, neun Enkel und sieben Urenkel. Im März wird der achte Urenkel erwartet. Teile der Großfamilie leben heute in Berlin, Köln und Bremen. Sie alle sind zum großen Geburtstagstreffen nach Hambrücken gekommen. Auch Bürgermeister Thomas Ackermann hatte die Glückwünsche seiner Gemeinde überbracht.Bruno Hankeln ist über die Lußhardtgemeinde hinaus eine hoch angesehene Persönlichkeit und erblickte vor hundert Jahren in Neuandreasberg im Sauerland das Licht der Welt. Nach Arbeits- und Sanitätsdienst im Dritten Reich kam der Jubilar während seiner medizinischen Ausbildung an die Krankenhäuser nach Baden-Baden und Karlsruhe. Im Jahr 1948 ließ sich Bruno Hankeln als praktischer Arzt in Hambrücken nieder. Bis dahin mussten die Einwohner nach Wiesental oder Forst fahren. Die erste Praxis waren zwei Zimmer in der Oberen Brühlstraße, später in der Kirchstraße. Der jetzt Hundertjährige baute danach zweimal in der Hambrücker Neuortstraße und in der Rheinstraße 25, wo sich heute noch das von Schwiegersohn Thomas Häussler geleitete Gesundheitszentrum befindet.In den ersten zweieinhalb Jahren praktizierte Bruno Hankeln („Ich lag anfangs meinen Schwiegereltern auf der Tasche“) kostenlos und wurde nur vergütet, wenn er für den Wiesentaler Arzt Fritz Osswald einspringen musste. Bruno Hankeln hatte seine Praxis zusammen mit seiner verstorbenen Ehefrau drei Jahrzehnte lang alleine geführt und zwei Dekaden auch als Geburtshelfer gewirkt. Der Hambrücker Landarzt ist auch im Alter von hundert Jahren noch immer ein sprudelnder Quell zahlreicher Anekdoten. Dazu zählt auch die Geschichte von Alois Mohr, der in der Lußhardtgemeinde aufgewachsen ist und heute in Schönbrunn im Odenwald wohnt.Der damals Sechsjährige hatte sich beim Fußballspielen auf der mit Schlaglöchern übersäten Oberen Brühlstraße den Unterschenkel gebrochen. Bruno Hankeln legte ihm einen Gips an und fand mangels geeigneter Krücken auch ein Fortbewegungsmittel. „Das Gipsbein wurde auf die Sitzfläche eines kleinen Wägelchens mit Deichsel gelegt und der rechte Fuß dazu benutzt um sich abzustoßen“, erinnert sich der Jubilar. Gar als Lebensretter bezeichnet Alois Mohr seinen Arzt in Hambrücken, weil er 1956 einen drohenden Blindarmdurchbruch diagnostizierte und den Jugendlichen in der Nacht zur Notoperation ins Bruchsaler Krankenhaus brachte.Dr. Bruno Hankeln wurde an seinem Geburtstag von zahlreichen Gratulanten besucht und erfreute sie mit seinen Geschichten und Anekdoten.(Kurt Klumpp)

(Erstellt am 16. Februar 2018)

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